Frankfurt braucht eine zukunftsorientierte Schulpolitik!

23.05.2016 Pressemitteilung zum Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen.

Statt zeitgemäßer Schulpolitik, statt Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit nur Festhalten an alten Zöpfen. Frankfurt braucht eine zukunftsorientierte Schulpolitik!

Stellungnahme der LINKEN Frankfurt zu den schulpolitischen Koalitionsvereinbarungen von CDU, SPD und GRÜNEN

„Schulentwicklung – ungenügend! Anders lassen sich die Aussagen zur Schulentwicklung in der Koalitionsvereinbarung von CDU SPD und GRÜNEN nicht anders bewerten“, kommentiert Knut Dörfel als schulpolitischer Sprecher der Frankfurter LINKEN die Aussagen der Koalitionsvereinbarung zur Frankfurter Schulpolitik in den kommenden Jahren.

Für ihn lassen die dargestellten Ziele demnach kaum Sachverstand erkennen, Außerdem fehle es offensichtlich völlig an Engagement für Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit..

„Vor allem von der SPD bin ich enttäuscht“, erklärt Dörfel. „Es gibt praktisch keine Aussagen zur Notwendigkeit, dafür zu sorgen, dass für alle Kinder und Jugendlichen in Frankfurt mehr schulische Chancengleichheit geschaffen und Bildungsprivilegien abgebaut werden. Die in Frankfurt bewährten Gesamtschulen als zeitgemäße Schulen, in der länger gemeinsam und ohne Angst vor Diskriminierung mit überdurchschnittlichem Erfolg gelernt werden kann, werden im gesamten Text nicht ein einziges Mal erwähnt, geschweige denn mit ihren Erfolgen gewürdigt!“

Demgegenüber beharrten die schulpolitischen Passagen der Koalitionsvereinbarung mit ihrem überbordenden Bekenntnis zur Vielfalt der Schulformen letztlich auf den lange überholten Vorstellungen vom in Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Förderschulen gegliederten Schulwesen, in dem jedoch nachweislich viel zu viele Kinder und Jugendliche kaum Chancen zu optimaler Entwicklung bekommen und als Bildungsverlierer schlimmstenfalls sogar ausgeschlossen werden und scheitern, so Dörfels Kritik.

„Bezeichnend für den Mangel an zukunftsfähigen schulpolitischen Vorstellungen ist schon allein das an den Anfang gestellte völlig überflüssige und sachfremde Bekenntnis der Parteien, sie wollten „die Vielfalt der Bildungsgänge erhalten“. Als ob es in Hessen irgend jemanden gäbe, der Bildungsgänge abschaffen wolle!“ betont Dörfel und fährt dann fort: „Dabei kommt die Vielfalt der Bildungsgänge gerade an den Gesamtschulen am besten zur Entfaltung. Gerade die Gesamtschulen sind es doch, die auf der Vielfalt der Bildungsgänge unter einem pädagogischen Dach aufbauen und mit differenzierten Konzepten und mit individualisiertem Lernen Ihren Schülerinnen und Schülern alle Bildungsgänge möglichst lange offen halten und sie zum Erfolg führen.“

Was jetzt in der Koalitionsvereinbarung formuliert sei, erinnere penetrant an die erfolg- und perspektivlose schwarzgrüne Schulpolitik der vergangenen Jahre in Frankfurt, jetzt angereichert um viele unverbindliche Absichtserklärungen, aber ohne echte neue Konzepte, führt Dörfel aus, früher selbst Gymnasiallehrer und Leiter der Frankfurter Ernst-Reuter-Schule II, einer Integrierten Gesamtschule mit Gemeinsamem Unterricht und betont: „Im Interesse der Kinder und Jugendlichen in Frankfurt braucht die Frankfurter Schulpolitik dringend Impulse für möglichst langes erfolgsorientiertes gemeinsames Lernen, Impulse, die konzeptionell über die verfahrene Situation der letzten Jahre hinausweisen und neue Wege aufzeigen. Ein personeller und politischer Wechsel in der Leitung de Bildungsdezernats wird da gewiss nicht ausreichen! Was in der Koalitionsvereinbarung niedergeschrieben ist, gibt leider kaum Anlass zur Hoffnung. „

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