Inkompetenz im Amt. Wenn das Bildungsdezernat falsche Informationen verbreitet.

Die Frankfurter Schulmisere im Zusammenhang mit dem Übergang in die 5. Klasse der  weiterführenden Schulen hat Ausmaße angenommen, dass sich sogar die ZEIT veranlasst sieht, darüber kritisch zu berichten:
„Noah und der Container“, ein Artikel der ZEIT vom 31.03.2016: <KLICK>

Ein Blick auf die (im Aufbau befindliche) Homepage der geplanten KGS Niederrad machte mich auf den Informationsfilm der Stadt Frankfurt „Mein Kind kommt in die 5. Klasse“ aufmerksam werden.

Hier, was dazu anzumerken ist und was auch noch in der Stadtverordnetenversammlung Thema sein wird:
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Knut Dörfel
knut@doerfel.de

Anmerkungen zum Film „Mein Kind kommt in die 5. Klasse“ – Informationen zum Übergang auf die weiterführende Schule
Link: https://www.youtube.com/watch?v=67VD3WxKwE4&feature=youtu.be

Der Magistrat muss aufgefordert werden, den Film „„Mein Kind kommt in die 5. Klasse“ – Informationen zum Übergang auf die weiterführende Schule“ aus dem Internetauftritt der Stadt herauszunehmen, wo er seit dem 12.02.2016 veröffentlicht ist.

Stattdessen soll ein Film zur genannten Thematik veröffentlich werden, der die Merkmale aller Schulformen sachlich richtig wiedergibt und gerade auch die besonderen Stärken und Vorteile der Integrierten Gesamtschule als geeignete Schulform für alle Schülerinnen und Schüler, und gerade auch für Schülerinnen und Schüler mit gymnasialer Eignung/Empfehlung korrekt darstellt.
Begründung: Der aktuelle Film ist ungenügend,  ein Beispiel für inkompetente und verfehlte Öffentlichkeitsarbeit

Als erste Information zur Schulform Integrierte Gesamtschule wird in diesem Film  behauptet, zentrales Merkmal für diese Schule, wie auch für die in gleichem Atemzug genannte Realschule sei „weniger hohes Lerntempo“ als an den Gymnasien.

Diese Darstellung ist sachlich falsch und schädigt das Ansehen und die Akzeptanz der Integrierten Gesamtschulen in der Öffentlichkeit.

Hauptmerkmal der Integrierten Gesamtschulen ist nämlich, dass dort für alle Kinder gemeinsames und diskriminierungsfreies Lernen gemäß dem individuellen Lern- und Leistungsvermögen ermöglicht wird. Alle Bildungsgänge werden teils in gemischtenund teils in leistungsbozogenen Lerngruppen angeboten. Das Lerntempo ist für jedes Kind gemäß seinem Leistungsvermögen – und kann sogar in unterschiedlichen Fächern unterschiedlich sein.

Schülerinnen und Schüler mit hohem Lern- und Leistungsvermögen insgesamt oder in einzelnen Fächern, bekommen tatsächlich an den Integrierten Gesamtschulen noch mehr als am herkömmlichen Gymnasium die Möglichkeit eröffnet, ihren individuellen Fähigkeiten gemäß indivudualisiert ein hohes Lerntempo zu entwickeln

Alle Schülerinnen und Schüler haben so die Möglichkeit, lange gemeinsam und diskriminierungsfrei entsprechend ihrem individuellen Leistungsvermögen zu lernen, erst etwa ab Klasse 8 werden dann nach und nach die Weichen gestellt und den unterschiedlichen Anforderungen entsprechend der für jede Schülerin und jeden Schüler individuell bestmögliche Abschluss ins Auge gefasst.
Wie keine andere Schulform ermöglich übrigens die Integrierte Gesamtschule dem Menschenrecht auf Inklusion und entspricht den Kriterien für eine Schule, die dem seit 2007 rechtsverbindlichen Gebot,ein inklusives Schulsystem zu schaffen, gerecht wird.

Indem der Magistrat den aktuellen Film  zurückzieht und durch einen qualifizierten Informationsbeitrag ersetzt,  kann der der Magistrat im übrigen einen wichtigen Schritt zu einem Vorhaben leisten, das er selbst vor geraumer Zeit einmal so angekündigt hat: „…mit einer Reihe von Maßnahmen auch Eltern von Kindern mit Gymnasialempfehlung die Vorteile der IGS darzustellen.“
Hier nachzulesen: <KLICK>